Kosmologie und Kosmogonie
der Sa’dan Toraja

Sarah Bartz

I. Einleitung

Die Sa’dan Toraja leben auf (Zentral-)Sulawesi in Indonesien. Obwohl auf Sulawesi Christentum und Islam weitgehend an die Stelle der autochthonen Glaubensausübungen getreten sind, findet man auf jeden Fall in Tana Toraja [1] auch heute noch Überbleibsel der altindonesischen Religionen.

            Zunächst seien einige Worte zu der Entstehung der Inselwelt und dem Indonesien wie wir es heute kennen gesagt. Darauf folgen ein paar geographischen Angaben und einige historische Begebenheiten den europäischen Einfluss in dem Land der Sa’dan Toraja betreffend. Danach werden die Kosmosvorstellung, Jenseitsvorstellung und werde zwei Schöpfungsmythen vorgestellt. Zuletzt wird kurz das Begräbnisritual der Sa’dan Toraja vorgestellt um einen konkreten Bezug zur Kosmosvorstellung herzustellen.

            Als Grundlage der Betrachtungen wurden hauptsächlich zwei Werke benutzt, die im Folgenden zunächst kurz erläutert werden.

1.  Hetty Nooy-Palm1979; The Sa’dan Toraja: A study of their social life and religion. Bd.1; The Hague: Martinus Nijhof.

            Hetty Nooy-Palm hat zum ersten Mal 1949–1950 bei den Sa’dan Toraja geforscht, wegen politischen Unruhen musste sie frühzeitig das Gebiet verlassen. 1965 trat sie zusammen mit Dr. H. van der Veen ihren zweiten Aufenthalt an.

            H. van der Veen war ein Experte der Sprache und der Ethnographie der Sa’dan Toraja. Leider verlor er einen Großteil seines Materials als die Japaner Indonesien besetzten. Bis zur Veröffentlichung ihres Buches hielt Hetty Nooy-Palm sich noch vier Mal bei den Sa’dan Toraja auf. H. van der Veen starb 1977, ihm ist das Buch gewidmet. Nooy-Palm hat sich in verschiedenen Gebieten aufgehalten und hatte also auch verschiedene Informanten. Sie hielt unstrukturierte Interviews ab, wobei sie sehr von der klaren Einsicht der Toraja in ihre eigene Kultur profitierte. Viele Zeichnungen, Fotos, Filme und Bandaufnahmen ermöglichten ihr eine, wie sie selber sagt, gute Möglichkeit zur endgültigen Bearbeitung des Materials als sie wieder in den Niederlanden war.

2.  Jowa Imre Kis-Jovak, Hetty Nooy-Palm, Reimar Schefold, Ursula Schulz-Dornburg; 1988; Banua Toraja: Changing patterns in architecture and symbols among the Sa’dan Toraja, Sulawesi, Indonesia. Amsterdam: Royal Institute.

            Kis-Jovak ist ebenfalls ein Ethnologe, Schefold ist Architekt und Schulz-Dornburg ist Photographin. Alle vier hielten sich im Sommer 1983 bei den Sa’dan Toraja auf. Ihre Intention bestand darin, durch die Feldforschung und das Buch eine Beschreibung und Interpretation der verschieden Bauarten zu liefern.  

II. Besiedlung Indonesiens und Entstehung als Republik

Im ethnologischen Sinne bezeichnet der Begriff Indonesien nicht nur die Republik Indonesien, sondern den gesamten Südostasiatischen Archipel. Im Gegensatz zu den Philippinen, Malaysien, Singapur und Brunei wird das westliche Neuguinea nicht dazu gezählt. Der Südostasiatische Archipel besteht aus über 20.000 Inseln, von denen allerdings nur 8.500 ständig bewohnt sind. Sulawesi ist eine der größten Inseln des Archipels und auch der Welt (Stöhr: 1987).

Vorzeit

Vor etwa 40.000 Jahren waren die Inseln durch Landbrücken miteinander, aber auch mit dem asiatischen Festland, Neuguinea und Australien verbunden. Ffür diese Zeit sind die ersten Homo sapiens für das Gebiet nachgewiesen. Am Ende der Eiszeit, vor etwa 10.000 Jahren, stieg der Meeresspiegel wieder an und es entstanden langsam die heutigen Inseln. Man geht davon aus, dass ab dann etwa die Expansion von der Küste Chinas aus in den Archipel begann [2]. Die Einwanderer brachten den Jägern und Sammlern die neolithische Kultur. Die ältere Bevölkerung, die Jäger und Sammler also, passten sich entweder an oder zogen sich zurück [3]. Mitte des ersten Jahrhunderts v.Chr. war die Expansion abgeschlossen und es begann die Metallzeit. Gleichzeitig entstanden die altindonesischen Kulturen. Nach Stöhr (1987) gehört die Megalithkultur [4] zu den faszinierendsten Erscheinungen die in dieser Zeit entstanden.

Neuzeit

1602 wurde die VOC [5] in den Niederlanden gegründet um in Indonesien Handelsposten errichten zu können. 1795 musste diese wegen unüberwindbarer finanzieller Probleme aufgeben, somit wurden die Standpunkte der Kompanie in Indonesien, die vor allem dem Handel dienten, Besitz des niederländischen Staates.

            Ab etwa 1900 wächst das nationale Bewusstsein und der Wunsch nach einem unabhängigen Staat bei den Indonesiern.

            Ab den 1930ern nimmt der Einfluss der Japaner stetig zu. 1942 besetzt Japan Indonesien und verleit dem Land 1945, ohne mit den Niederlanden zu verhandeln, die Unabhängigkeit. Die Niederlande war zunächst nicht bereit dies ohne weiteres zu akzeptieren. Dennoch, nach langen Verhandlungen erkennen sie am 27 Dezember 1949 die vereinigten Staaten von Indonesien als unabhängigen Staat an.

            Präsident Sukarno rief bereits 1950 die Republik Indonesien als Einheitsstaat aus. 1959 hatte Sukarno soviel Macht an sich gerissen, dass die Republik mehr einer Diktatur glich. 1965 versuchten junge Offiziere, die wie der Präsident mit der PKI sympathisierten einen Putsch gegen die Militär-Führung. General-Major Suharto konnte dies erfolgreich verhindern. Daraufhin wurde die PKI verboten, Sukarno wurde zunehmend entmachtet und 1967 übernahm Suharto das Amt des Präsidenten und führte die Diktatur als eine Militärdiktatur bis 1998 weiter[6]

            1998 wurde Suharto von Habibie abgelöst. Danach folgte 1999 Wahid und 2001 Megawati Sukarnoputri, die sich im Juli 2004 Neuwahlen stellen musste. Dies waren die ersten Wahlen, in denen die Staatsbürger zum ersten mal direkt den Staatspräsidenten wählen durften.

III. Tana Toraja – das Land der Sa’dan Toraja

Der Name Toraja bezieht sich auf mehrere Gruppen, die in den Bergen von Südwest-  und Zentral-Sulawesi, dem früheren Celébes, leben.

            Die Namen Sa’dan Toraja, oder auch Tae’ Toraja, werden nur von Ethnologen und Linguisten benutzt. Die Menschen selber nennen sich Toraja, ohne die Benutzung der Präfixe, daher nennt Hetty Nooy-Palm sie, ausgenommen in der Einleitung, auch Toraja. Es ist nicht ganz klar woher der Name Toraja ursprünglich kommt. Er kann von den Buginesen stammen, welche Nachbarn der Toraja sind. Dann würde der Name „diejenigen, die Stromaufwärts leben“ oder „diejenigen, die in den Bergen leben“ bedeuten (Nooy-Palm 1988: 13). Die Toraja sehen diese Erklärung jedoch als abwertend an und assoziieren ihren Namen mit dem indischen Wort ‚raja’ und übersetzen somit Toraja mit „Menschen von einer hohen Abstammung“, was Nooy-Palm eine mehr oder weniger freie Übersetzung nennt (1979: 6).

            Tana Toraja bedeutet wörtlich das Land der Toraja, bezeichnet jedoch nur das Gebiet in dem die Sa’dan Toraja leben. Tana Toraja wird oft als „Tator“ abgekürzt. Die Sa’dan Toraja leben in dem nördlichen Teil der südwestlichen Halbinsel von Sulawesi, am oberen Teil des Sa’dan-Flusses und an seinen Nebenflüssen. Die Gegend besteht zum größten Teil aus Kalkstein. Nach Nooy-Palm ist die Landschaft sehr abwechslungsreich. Auch das Klima kann extrem variieren.

            Laut einer Internetseite lebten 1995 367.371 [7] Menschen in Tana Toraja. Im Internet findet man relativ viele Informationen über die Sa’dan Toraja. Diese Fülle an aktuellen Informationen hat wahrscheinlich vor allem mit dem regen Tourismus in diesem Gebiet zu tun. Tana Toraja ist für Indonesien ein sehr wichtiger Anziehungspunkt für Touristen (Van den Berg 1998: 502). 

IV. Europäischer Einfluss

Alle Berichte über die Toraja vor der Ankunft der Europäer stammen aus Chroniken der oben erwähnten Buginesen. Als Hetty Nooy-Palm ihre Ethnographie (1979: 9) schrieb waren diese Chroniken noch nicht eingehend erforscht worden.

            Die erste europäische Kenntnisnahme der Ethnie stammt von dem Jesuiten Pater Gervaise. Er nennt das Gebiet und seine Einwohner in seinem Buch über die Makassarese (Indonesien) aus 1688. Seine Beschreibungen stammen nicht aus erster Hand. Er schrieb sein Buch an Hand von Informationen zweier Makassarese Prinzen, die an der Jesuiten Universität in Paris studierten.

            Ende des 19. Jahrhunderts bereiste der Niederländer Van Rijn als erster Europäer Tana Toraja. Sein Buch von 1902 beschreibt die Sa’dan Toraja kurz vor der Beeinflussung der Niederländer (Nooy-Palm 1979: 9). 1905 marschieren niederländische Truppen in das Gebiet ein und besetzten es nach einem kurzen Kampf mit den Bewohnern (Van den Berg 1998: 502).

            1913 begann die Missionarsarbeit der niederländisch protestantischen Kirche (Gereformeerde Zendingsbond). Diese verbesserte das Schul- und Gesundheitswesen erheblich (Nooy-Palm 1979: 9). Da der Islam kaum Einfluss in dem Gebiet ausgeübt hatte konnte sich die christliche Kirche gut etablieren. 1950 waren zwar nur etwa 10% zum Christentum übergegangen, aber 1975 waren es bereits 60% und 1981 schon 75%. Die katholische Kirche durfte erst nach dem zweiten Weltkrieg in diesem Raum missionieren; 1981 waren nur etwa 10% der Christen Katholiken. Etwa 15% übten 1981 den traditionellen Glauben aus. Dieser nennt sich Aluk To Dolo (Nooy-Palm 1988: 16). Der Name bedeutet ‚der Glaube’, wörtlich übersetzt ‚das Ritual der Vorväter’. Die größte protestantische Kirche im Toraja-Gebiet ist die Gereja Toraja, die seit 1947 besteht. Junge Priesteranwärter dieser Kirche leiten zugleich verschieden Rituale des Aluk To Dolo. 1976 starb der letzte autochthone Priester der nur dem Aluk To Dolo gedient hatte. Dennoch sieht Hetty Nooy-Palm Grund zum Optimismus für den traditionellen Glauben. Nach der Absetzung von Präsident Sukarno wurden viele Rituale wieder erlaubt, die zu seiner Zeit verboten gewesen waren. 1970 wurde der Aluk To Dolo offiziell anerkannt und unter dem Hindu-Glauben klassifiziert. Diese Klassifizierung ist vor allem aus organisatorischen Gründen gewählt. Die christlichen Toraja vermischen ihre Glaubensausübung mit traditionellen Elementen (Nooy-Palm 1979: 10-11).

            90% der Sa’dan Toraja sind Bauern, die restlichen 10% üben die verschiedensten Berufe aus (Nooy-Palm 1988: S. 15). Sozial sind sie in drei Schichten eingeteilt. Die oberste Schicht bilden die Adeligen, die mittlere bilden die freien Menschen und die unterste Schicht sind ehemalige Sklaven [8] (Nooy-Palm 1988: 16).

V. Soziale Schichtung

Obwohl die Sklaverei von den Niederländern abgeschafft wurde gibt es immer noch eine Dreiteilung [9], die auch in den Bestattungsriten deutlich zu erkennen ist. Diese Schichtung besteht im Jenseits fort; weitere Ausführungen hierzu folgen unten.  

            Die Adligen, die to parengnge[10], bilden die oberste Schicht. Sie stammen von wichtigen Personen ab, die Gegenstand verschiedener Mythen sind.

            Die mittlere Schicht bilden die freien Menschen, die to makaka (Nooy-Palm 1988: 16). Eine besondere Gruppe innerhalb dieser Schicht sind die Priester. Es gibt verschiedene Priesterinstanzen, von denen die to burake (Nooy-Palm 1988: 16) ganz oben in der Hierarchisierung stehen. Die burake tattiku’ sind Priesterinnen und die to burake tambolong sind männliche Transvestiten, die Hermaphrodite darstellen sollen. Letzteren kommen sofort, ohne weiter Prüfungen, in den Himmel, wenn sie gestorben sind, da sie direkte Nachfahren der ersten Menschen sind die aus dem Himmel hinab stiegen. Die to burake sind sehr wichtig beim bua’-Ritual, dieses muss zu Lebzeiten zelebriert werden, damit die Seele später in den Himmel darf. Andere Priester sind die to minaa, welche Spezialisten in Stammeswissen und Genealogie sind. Die to indo’padang (Nooy-Palm 1988: 16)[11] vollziehen die Reisrituale; die to ma’dampi heilen, wenn jemand besessen ist; to mebalun ist der Priester für den Tod, er muss manchmal außerhalb des Dorfes leben.

            Die unterste Schicht bilden die (ehemaligen) Sklaven, die to kaunun (Nooy-Palm 1988: 16).

            Nicht nur die Ahnen bestimmen die soziale Stellung, sondern auch materieller Reichtum. Ein Sa’dan Toraja kann seine Stellung verbessern, aber auch verschlechtern. Sehr entscheidend ist wie teuer und wie lange das Bestattungsritual von den Verwandten für den Verstorbenen ausgerichtet wird.

VI. Kosmosvorstellung

Kosmoskizze der Sa'dan Toraja [12]

a) Pongko die mythische Insel, auf der die Vorfahren landeten, als sie aus der Oberwelt hinab stiegen.
b) Meer (Tasik), das Pongko von der Welt der Menschen trennt.
c) Bera Bamba Puana ("Das Tor der Gottheiten").
d) Puya das Totenland.
e) Mittelwelt.
f)  Die Oberwelt (Langi).
g) Die Unterwelt.
h) Sitz des Gottes Pong Tulak Pandang ("Der die Erde hält").
i)  Götter der Unterwelt, die Pong Tulak Pandang helfen die Erde zu halten.
j)  Haus der höchsten Gottheit, des Puang Matua.
k) Das Wohnhaus der Sa’dan Toraja.

            Der Norden wird mit der Oberwelt assoziiert und steht in enger Verbindung mit dem Osten, denn in der ‚Welt des Ostens’ leben die Götter. Der Süden wird mit der Unterwelt in Verbindung gebracht und eng an den Westen gekoppelt, im Nordwesten liegt das Totenland. Diese Verknüpfungen sind für die Ritualabläufe wichtig. Wenn ein Priester den Göttern Opfer darbringen möchte, richtet er sich nach Osten; will er sich an die Toten wenden, steht er Richtung Westen (Nooy-Palm 1979: S.109).

            Die Oberwelt besteht aus 12 Hemisphären, welche fließend ineinander überlaufen. Im Zenith, im obersten Himmel, wohnt Puang Matua. Er ist einer der wichtigsten Götter, obwohl er einer der jüngsten ist (Nooy-Palm 1979: 132). Er erschuf die Menschen und machte sie unsterblich. Außerdem sorgte er für die Gesetze auf Erden. Weil die Menschen sich nicht benehmen konnten, trennte er die Verbindung zwischen Ober- und Mittelwelt (Nooy-Palm 1979: 118).

            Die Unterwelt ist auch unterteilt in 12 Hemisphären. Pong Tulakpadang ist der Gott der Unterwelt, er lebt ganz oben in der Mitte der Unterwelt und stützt mit acht Helfern die Erde. Die neun Götter zusammen sorgen dafür, dass Tag und Nacht getrennt bleiben. Puang Matua, der Gott der Oberwelt, tut dasselbe im Zenith. In der Unterwelt leben außerdem die to kengkok, welche alle einen Schwanz haben (Nooy-Palm 1979: 11).

            Der Tod gehört nicht in die Unterwelt, sondern in die Mittelwelt, also auf die Erde. Puya, das Totenland, liegt ganz weit im Südwesten des Landes, die Sa’dan Toraja haben eine konkrete geographische Vorstellung der Lage Puyas.

VII. Die Reise der Seele

Die Einreise in die Oberwelt ist das höchste Ideal, aber nicht jeder Seele gelingt dies.

            Für die Sa’dan Toraja in Kesu geht die Seele, sobald das erste Begräbnisritual eingesetzt hat, auf direktem Wege in das Totenland Puya. Dort trifft sie auf den Richter über die Toten, welcher Pong Lalondong genannt wird.

            Für die Sa’dan Toraja in anderen Regionen muss die Seele zuerst über eine gefährliche Brücke gehen um den Fluss der Toten zu überqueren. Eine Katze, die Bali Karoe genannt wird und die Helferin des Pong Lalondong ist, versucht die Seelen zu überfallen[13]. Sie hindert Kriminelle daran die andere Seite der Brücke zu erreichen und stielt alles von Dieben was diese jemals gestohlen haben um es den rechtmäßigen Besitzern zurückzugeben wenn diese wiederum die Brücke überqueren wollen. Es gibt drei verschiedene Brücken. Eine goldene für die Seelen der Adeligen, eine aus Rattan für die der Mittelschicht und eine aus Zuckerrohrpalmblättern für die Seelen aus der untersten Schicht. Allerdings unterscheiden sich diese Brücken nur äußerlich, da alle gleich viel wackeln. Die Seelen welche von der Brücke fallen erreichen Puya nie. Ansonsten können Kinder, Selbstmörder, im Kampf Gefallene und die für die kein gebührendes Begräbnisritual von den Verwandten abgehalten worden ist auch nicht in das Totenland kommen. Seelen die nicht dort ankommen stellen eine gewisse Gefahr für die Lebenden dar, die Lebenden fürchten sich vor diesen umherirrenden Seelen.

            Diejenigen die ankommen müssen sich dem Richter und seiner Katze stellen. Die Schlechten werden in ein Feuer geschickt. Beschreibungen über den Ablauf der Begegnung zwischen Seele und Richter fehlen. Man kann es aber nach Nooy-Palm nicht mit dem jüngsten Gericht vergleichen, denn am wichtigsten ist die Unterstützung der noch lebenden Verwandten und dem Ausmaß indem diese das Begräbnisritual zelebrieren. Wie bereits weiter oben erwähnt kommen die höchsten männlichen Priester direkt in den Himmel. Außerdem muss zu Lebzeiten das bua’ Ritual abgehalten worden sein. Fast nur die adligen Familien können sich dieses und die anderen Bestattungsrituale leisten. Also kommen hauptsächlich nur die adligen Seelen in die Oberwelt. Hetty Nooy-Palm stellt sich die Frage ob man deshalb sagen kann, dass die gewöhnlichen Menschen ein miserables Schicksal im Jenseits erwartet (Nooy-Palm 1979: 124). Sie ist zu dem Schluss gekommen, dass die Sa’dan Toraja sich nicht sehr für ihr persönliches Schicksal im Jenseits interessieren, aber sie fürchten die umherirrenden Seelen im Diesseits. Die Seelen, für die kleinere Bestattungsrituale abgehalten werden, bleiben in Puya und belästigen daher die Lebenden nicht. Sie werden nicht vergessen und in Ritualen geehrt, genau wie die Ahnen die in die Oberwelt kommen[14].

VIII. Mythen über die Erschaffung des Universums und die Institution von Ritualen

VIII.1. Passomba Tedong. Schöpfungsmythos der Sa'dan Toraja aus Kesu

Dieser Mythos wird beim merok-Fest zelebriert, bzw. geehrt.

            Am Anfang war Chaos. Der Himmel und die Erde lagen noch aufeinander. Dann gingen Himmel und Erde auseinander und es entstand viel Platz auf der Erde. Warum oder wie der Himmel und die Erde sich trennten wird nicht erzählt.

            Aus der Vereinigung von Himmel und Erde kamen drei Kinder hervor: Pong Banggairante [15], Pong Tulakpadang [16] und Gauntikembong [17].

            Pong Banggairante heiratet Tallo’ Mangka Kalena, das Ei, dass aus sich selbst entstand. Nach Hetty Nooy-Palm ist dies ein weit verbreitetes Thema in Indonesischen Mythen, in manchen erschafft dieses Ei sogar die Erde (1979: 135). 

            Aus seiner eigenen Rippe schuf Gauntikembong Usuk Sangbamban. Van der Veen schließt hierbei eine Beeinflussung durch Christentum oder Islam nicht aus (Nooy-Palm 1979: 135). Usuk Sangbamban heiratet Lokkon Loerara oder auch Simbolong Manik genannt, eine Frau aus einem Felsen. Aus dieser Vereinigung wird Puang Matua [18] geboren.

            Die drei Söhne von Himmel und Erde erschufen Sonne, Mond und Sterne.
Pong Tulakpadang ist der Gott der Unterwelt und trägt die Erde auf seinen Schultern. Pong Banggairante  ist der Gott der Erde. Gauntikembong ist der Gott der Luft.
Aus diesen drei entstanden acht Kinder, davon zwei Töchter. Die acht Kinder haben verschiedene Funktionen und leben in verschiedenen Welten.

            Puang Matua, das Kind von Usuk Sangbamban und Lokkon Loerara, heiratet die Göttin Arrang diBatu. Sie schickte Puang Matua in den Westen um nach Gold zu suchen [19]. Als Puang Matua das Gold schmolz, entstand aus seinem Gebrüll der erste Mensch, Datu Laukku’. In manchen Versionen ist es ein Mann, in anderen eine Frau. Er bekam sieben Geschwister [20], die wie er, aus dem göttlichen Gebrüll entstanden. Aus der Asche, welche bei der Erschaffung der Menschen übrig blieb, wuchsen Bäume. Danach erschuf Puang Matua aus seinem Gebrüll sechs Kinder. Einer von diesen war Kambunolangi’, der erste to minaa [21]. Er hat den Status eines Halbgottes. Zwei seiner Brüder hingegen sind die ersten Sklaven. Die anderen vier Kinder/Geschwister halfen Puang Matua das Haus aus Eisen in der Mitte des Himmels zu bauen, der Prototyp von wichtigen Häusern später auf der Erde. Auch wurde das erste sawah angelegt, das erste nasse Reisfeld. Der Reis wollte jedoch nicht wachsen. Daher wurden noch zwei Kreaturen geschaffen, Datu Mengkamma’ und Karaeng Ma’loko-loko, die ersten Reispriester. Nachdem diese das Reisritual vollzogen hatten, gedieh der Reis. Ebenfalls wurde u.a. das Ritual für das Haus initialisiert. Wichtig ist auch, dass dann von Puang Matua der Büffel als Ritualtier bestimmt wurde.

            Sambiralangi’, der Sohn des ersten Priesters, heiratete einen Stern und sie bekamen einen Sohn, der Schaum des Himmels genannt wurde. Dieser heiratete Kembong Bura. Über die himmlische Leiter stieg das Paar als erste Menschen hinunter auf die Erde. Noch im Himmel hatten sie von Puang Matua 7.777 Regeln bekommen, die sich auf Rituale beziehen. Ein Sklave, der Pong Paku Lando hieß, wurde ihnen mitgeschickt um die Regeln zu tragen. Dieser fand die 7.777 Regeln zu schwer und nahm darum nur 777 mit zur Erde, daher gibt es heute auch „nur“ 777. 

            Der Schaum des Himmels und Kembong Bura bekamen auf der Erde einen Sohn, der Pong Mulatau genannt wurde, was der Erste Mann auf Erden bedeutet.

(Quelle: Nooy-Palm, Hetty; 1979; The Sa’dan Toraja: A study of their social life and religion. Bd.1. The Hague: Martinus Nijhof;  S. 134-139.)    

VIII.2. Lembang Suloara / kecamatan Sesean, Schöpfungsmythos der Sa'dan Toraja aus Riu

Der Schöpfungsmythos aus Riu weicht von dem aus Kesu ab. Nooy-Palm und van der Veen erklären sich dies unter anderem mit der wilderen Landschaft als in Kesu (Nooy-Palm 1979: S.139).

            Am Anfang lebte ToKaubanan[22], der oberste Gott, im Zenit, im Zentrum des Firmaments. Er heiratete Arrang diBatu[23] und sie bekamen sechs Kinder[24].

            Ihr Kind DatuLaukku’[25] heiratete Datu Etan[26], der auch im obersten Teil der Oberwelt lebt. Dieser baute ein Haus und opferte Hühner[27]. Aus der Ehe entstanden 6 Kinder die alle Gründer von verschiedenen Ritualen sind.

            Ein anderes Kind von To Kaubanan und Arrang diBatu, Pong Malatau [28] heiratete Datu Lang’. Ihre 12 Kinder wurden  im Zenit geboren. Sie sind alle für die Entstehung von verschiedenen Kulturgütern verantwortlich. So schuf Barrang diLangi’ das erste sawah [29], Datu Laega den ersten Markt und Pande Patangna war der erste Eisenschmied. Auch Pande Langi’na war unter ihnen, er schuf den ersten Büffel. Tambuli Langi war der erste to minaa [30].   

            Der Mythos konzentriert sich von da an auf Manurun diLangi’, auch ein Kind von Pong Malatau [31] und Datu Lang’. Er kam mit den 7.777 Geboten der Rituale vom Himmel gestiegen. Als er vom Himmel herabstieg sah er das ausgedehnte Wasser auf der Erde. Er baute sich ein Haus zwischen Himmel und Erde. Er wollte aber gerne auf der Erde leben und bat To Kaubanan um Hilfe, denn es gab dort ja nur Wasser. Er bekam ein Stück Erde, welches er in das Wasser werfen sollte. Dann beklagte Manurun diLangi’ sich darüber, dass es nur Erde gab und kein Gras oder etwas zu essen. Er bekam von To Kaubanan Samen die er aussäte. So machte er weiter bis alles auf der Erde in Hülle und Fülle vorhanden war. Dann fragte er To Kaubanan, wie er von seinem Haus auf die Erde herab kommen könne. To Kaubanan beauftragte jemanden einen Weg hinab zu schaffen, dieser Weg war ein Berg bis in den Himmel hinein, welcher aus der Erde, die To Kaubanan hinab geworfen hatte gemacht war. Alles war nun erschaffen, die Tiere und Pflanzen lebten auf der Erde und die Erde war in Regionen unterteilt. Schließlich bat Manurun diLangi’ um eine Frau, auch dies wurde ihm gewährt. Aus dieser Ehe entstanden elf Kinder [32]. Ihr Sohn Banggai diRante brachte die 7.777 Regeln nach Tana Toraja. Hier heiratete er Rangga Uai, eine Wasserschlange. Sie bekamen fünf Kinder, die mehrere rituelle Feste zum ersten Mal auf der Erde zelebrierten. 

(Quelle: Nooy-Palm, Hetty, 1979 The Sa’dan Toraja: A study of their social life and religion. Bd.1. The Hague: Martinus Nijhof S. 139-144.)

IX. Das Begräbnisritual

Wie bereits erwähnt ist die Unterstützung der noch lebenden Verwandten für den Toten entscheidend dafür, ob dessen Seele die Oberwelt erreichen kann. Das Begräbnisritual, wie auch die meisten anderen, sind sehr kostspielig. Nach Nooy-Palm soll die Art und Weise, wie die Hinterbliebenen ihre Toten ehren, auf Außenstehende einen guten Eindruck machen (Nooy-Palm 1988: 51). Diese Außenstehende, welche entfernte Verwandte oder Freunde sein können, tragen auch ihren Teil für das Begräbnisritual bei. Wenn jemals eine Familie etwas zu einem Begräbnisritual einer anderen Familie beigetragen hat, steht die begünstigte Familie in der Schuld der anderen Familie und muss auch selbst etwas beitragen wenn einer aus jener Familie stirbt. Dieses Verhalten kann sich über Generationen hinweg halten, daher fällt es auch christianisierten Familien schwer von den traditionellen Begräbnisritualen abzurücken (Nooy-Palm 1988: 51).

            Es gibt verschiedene Begräbnisrituale, die vom sozialen Stand abhängen. Hetty Nooy-Palm beschreibt eine Zeremonie in der höchsten sozialen Schicht (Nooy-Palm 1988: 51-65).

            Der Verstorbene wird gewaschen, in zeremonielle Kleidung gesteckt und auf einen Stuhl im südlichen Teil des Hauses gesetzt. Nach Tagen wird der Tote dann in Baumwolltücher gewickelt und in eine Art Sarg aus Kapokbaumholz gesteckt, jetzt wird er in nord-südlicher Richtung gelegt. Ab dem Moment ist er wirklich tot, vorher wurde sein Zustand umschrieben. Es werden zwei Büffel geschlachtet. Diese erste Sequenz endet mit dem Aufhängen von traditioneller Kleidung am Haus und mit Hahnenkämpfen.

            Die zweite Sequenz beginnt manchmal erst Jahre später. Dann wird der Tote aufgeweckt. In der ersten Phase müssen viel Rituale vollzogen werden, u.a. wird ein Monolith aufgestellt. Wichtig ist auch, dass zu der Zeit eine tau-tau gemacht wird, dies ist eine Puppe aus Holz, der Kleidung angezogen wird. Sie ist etwa 1 bis 1,50 m groß. Tau-tau bedeutet wörtlich übersetzt „kleine Person“. In ihr steckt die Seele des Verstorbenen (Nooy-Palm 1979: 261). Die Puppe wird so menschlich wie möglich gemacht.

            Nachts findet der Totengesang statt, welcher der Seele den Weg weisen soll. Die Frauen jammern laut und drücken in verschiedenen Momenten des Rituals ihren Körper an den Sarg.
Der Verstorbene wird aus dem Haus getragen und auf den Boden einer Reisscheune gelegt. Ein weißer Büffel mit schwarzem Kopf wird geopfert. Die tau-tau wird aufgestellt und bekommt, sowie auch der Tote, zu essen. In dieser Zeit darf kein Reis gegessen werden, sondern nur Mais. Die Rituale in der Reisscheune dauern zwei Tage und zwei Nächte.

 

Dann wird der Sarg auf eine Totenbahre gelegt. Diese Bahre ist eine aufwendige und schwere Konstruktion, da über dem Sarg eine Nachbildung eines Toraja-Hauses befestigt wird. Es wird eine Prozession zu dem Ort wo die letzten Rituale abgehalten werden unternommen, dieser wird rante genannt.
            Es werden vierzig Männer benötigt um die Bahre zu tragen. Auf dem letzten Zeremonialort steht ein Haus. Die tau-tau wird auf der ersten Etage aufgestellt und der Priester des Todes steht mit seiner Helferin auf der zweiten Etage. Es werden Fleischopfer dargebracht, Tänze aufgeführt, Büffelkämpfe organisiert und reichlich gegessen und getrunken. Am nächsten Tag finden wieder Hahnenkämpfe statt. Es ist unterschiedlich wie viele Tage es dauert, bis der Verstorbene zusammen mit der tau-tau entweder in ein Felsengrab oder in eine Grabkammer gelegt wird. 

X. Schluss

„Nicht das Leben, sondern der Tod hat bei den Sa’dan Toraja eine zentrale Stellung [33].“

            Wenn man sich das Begräbnisritual der Sa’dan Toraja vor Augen führt hat diese Aussage durchaus ihre Richtigkeit. Dennoch ist sie sehr europäisch, denn für uns ist es nur schwer vorstellbar so viel Geld für einen Toten auszugeben. Denn schließlich arbeiten die Torajas ja oft jahrelang auf den Abschluss der Zeremonie hin. Aber wir haben auch gesehen aus welchen Gründen sie die Begräbniszeremonie derartig gestalten, nämlich vor allem aus Prestigegründen.[34] Diese Ethnie hat ein stark ausgeprägtes Ehrgefühl, dies zeigt auch die Ahnenverehrung. Dennoch scheint es nicht so zu sein, dass die Menschen aus der ehemaligen Sklavenklasse sich unehrbar fühlen müssten, denn auch der erste Sklave kam aus der Oberwelt hinab auf die Erde, genau wie die Ahnen der Prinzen, die heute noch viel Macht besitzen.

            Andererseits kann man, wenn man die Kosmosvorstellung berücksichtigt, meiner Meinung nach nicht von einer zentraleren Rolle des Todes gegenüber dem Leben sprechen. Vielmehr stehen Leben und Tod nebeneinander, daher ist Puya, das Totenland, auch auf der Erde und nicht in der Unterwelt. Die Sa’dan Toraja trauern um ihre Toten, sie scheinen jedoch keine Angst vor ihnen zu haben. Dafür spricht, dass der Leichnam manchmal erst nach Jahren in die Grabkammer gelegt wird, was ebenfalls das Nebeneinander von Leben und Tod zeigt.

            Die Werke von Nooy-Palm bieten meiner Meinung nach einen guten Einblick in die Vorstellungen der Ethnie. Das Buch über die Architektur der Sa’dan Toraja bietet wundervolle visuelle Einblicke. Interessant ist es auch im Internet nach Informationen zu suchen. Dort findet man viele aktuelle Bilder.

           Die Sa’dan Toraja sind für mich ein erstaunliches Volk, weil sie es geschafft haben den Tourismus für sich und ihre traditionelle Kultur zu nutzen. Vielleicht wäre dies auch eine Option für anderen Ethnien. Allerdings ist die Gefahr für die traditionelle Kultur natürlich groß dabei ihre Authentizität zu verlieren. Dennoch denke ich ein derartig offener Umgang mit der Tradition weckt nicht nur das Interesse bei Außenstehenden, sondern auch innerhalb der eigenen Gruppe.

Sarah Bartz, 2004


Literaturverzeichnis

Berg van den, Karen (Hrsg.)
1998; Flashback, viadelta geschiedenis, theorieboek havo/vwo. Leiden: Spruyt, Van Mantgem & De Does bv, S.492-524

Cipolletti, M.S.
1998; http://www.outoftime.de/tod-im-kulturvergleich/ (6.Juli 2004)

2004; De bevolking van Torajaland.
http://www.travelmarker.nl/bestemmingen/azie/indonesie/geschiedenis/sulawesi (5.Juli 2004)

2004;http://www.batusura.de/index.htm (5.Juli 2004); Photogalerie

Kis-Jovak, Imre Jowa (Hrsg.)
1988; Banua Toraja: Changing patterns in architecture and symbols among the Sa’dan Toraja, Sulawesi, Indonesia. Amsterdam: Royal Institute

Nooy-Palm, Hetty
1979; The Sa’dan Toraja: A study of their social life and religion. Bd.1. The Hague: Martinus Nijhof

Stöhr, Waldemar
1987; Vielfalt und Totalität – Die Religionen in Indonesien. In: Mircea Eliade: Geschichte der religiösen Ideen. Bd. III/2. Freiburg: Herder Verlag

Fußnoten:

[1] Natürlich finden sich nicht nur in Tana Toraja noch Elemente altindonesische Religionen.

[2] Stöhr 1987: S. 95 “Dazu ist anzumerken, dass die prähistorischen Funde in Indonesien leider immer noch recht dürftig sind. Darum haben alle Aussagen zu diesem Komplex nur hypothetischen Charakter.”

[3] Kleine Restgruppen konnten sich bis heute behaupten. Stöhr 1987: S.95. 

[4] In der Beschreibung des Begräbnisrituals kann man zumindest ein Überbleibsel der Megalithkultur bei den Sa’dan Toraja erkennen. Während der zweiten Sequenz wird für den Verstorbenen ein Monolith aufgestellt.

[5] Verenigde Oost-Indische Handelscompagnie

[6] Aus: van den Berg 1998 Flashback, viadelta geschiedenis, theorieboek havo/vwo. Leiden: Spruyt, Van Mantgem & De Does bv S.492-524.

[7] http://www.travelmarker.nl/bestemmingen/azie/indonesie/bevolking/toraja.htm

[8] In vorkolonialer Zeit gab es bei den Toraja Sklaverei, die Niederländer schafften diese, als eine der ersten Amtshandlungen ab (Van den Berg 1998: 502).

[9] Auf der Seite http://www.travelmarker.nl/bestemmingen/azie/indonesie/bevolking/toraja.htm, wird von einer Vierteilung gesprochen, indem in höheren und niederen Adel unterschieden wird. 

[10] Nooy-Palm 1988: S15. ‘rengnge’ bezeichnet die Art wie Frauen ihre Körbe tragen, daher kann man den Ausdruck für die Adligen mit “eine schwere Last / Verantwortung tragen” übersetzen.

[11] Hierbei handelt es sich auch um Priesterinnen.

[12] Skizze und Erläuterungen aus Nooy-Palm 1988: S.36.

[13] Nooy-Palm 1979: S. 121. Manche erzählen von mehreren Katzen.

[14] Nooy-Palm 1979: S. 121-124.

[15] Gott der Erde, wörtlich: der Gott dessen Oberfläche unermesslich ist.

[16] Wörtlich: der, der die Erde trägt.

[17] Wörtlich: die sich selbst ausbreitende Wolke.

[18] Puang Matua wird auch To Kaubanan genannt. Er wird von den Sa’dan Toraja als höchster Gott verehrt. Nooy-Palm 1979: S. 118.   

[19] Im Westen von Tana Toraja gibt es wirklich Gold.

[20] Allo Tiranda, der Ahne des giftigen upas-Baumes; Laungku, der Ahne der Baumwolle; Pong Pirik-pirik, der Ahne des Regens; Menturiri, der  Ahne des Geflügels; Manturini, der Ahne der Büffel; Riako’, der Ahne des Eisens; Takkebuku, der Ahne des gekochten Reises.

[21] Der erste Priester.

[22] Alternativer Name von Puang Matua in Kesu.

[23] Wie im Kesu-Mythos.

[24] Datu Masarrang, Datu Laulo’, Tau Allo, Kando Matu, Pong Mulatau, Datu Laukku’.

[25] Welcher im Kesu-Mythos der erste Mensch ist, der aus dem Gebrüll von Puang Matua / To Kaubanan geschaffen wurde.

[26] Datu Etan, wörtlich: der schwarze Gebieter.

[27] Im Kesu-Mythos tut dies Puang Matua.

[28] Welcher im Kesu-Mythos der erste Mann ist, der auf Erden geboren wurde.

[29] Nasses Reisfeld.

[30] Priester, welcher im Kesu-Mythos von Puang Matua geschaffen wurde.  

[31] Welcher im Kesu-Mythos der erste Mann ist, der auf Erden geboren wurde.

[32] Banggai diRante, er ist zusammen mit seinem Vater der Bewahrer der 7.777 Regeln; Sarong Lia, ging nach Europa; Arung Bone, ging nach Bone; Banne Rara’, welcher den Pol zum Himmel bereiste; Datu Gantanan, blieb in Lebukan; Datu Mangoting, ging nach Palopo; Rangga Danun, ging nach Buttu Apian; Kila’kila’, ging zurück in den Himmel; Bota Bulaa, erreichte das Meer; Mohammed, der seine Schritte nach Mekka richtete; das elfte Kind ist nicht verzeichnet.

[33] “Niet het leven maar de dood staat centraal bij de Toradja.” Van den Berg, Karen 1998: 502.

[34] Es muss Reis angebaut werden um alle Gäste bewirten zu können, außerdem werden Häuser als Unterkünfte für die Gäste von auswärts gebaut. Seit etwa dreißig Jahren wird die Zeremonie meist in die Tourismussaison gelegt, so können die Kosten zumindest teilweise aus dem Tourismus bestritten werden.