Onyx
"Stein der Egoisten"

Besonders prägnant gefärbtes schwarz-weißes Stück
(fast interessanter als
der Stein ist die Frage, was sich darin wohl alles spiegeln mag) (Foto: KGM)

Onyx ist eine undurchsichtige bis schwach durchscheinende, zweifarbig schwarz-weiß geschichtete, faserige Varietät des Chalcedon, der wiederum eine Abart des Minerals Quarz ist. Achat ist eine ähnliche, aber vielfarbige Variation. Der Stein wurde in Ägypten schon in der zweiten Dynastie verarbeitet. Ins Deutsche wurde die Bezeichnung Onyx im Mittelalter über das Lateinische aus dem Griechischen entlehnt, wo es „Fingernagel“ oder „Kralle“ bedeutet.

Heißes Wachs klebt nicht an Onyx. Daher wurde der Stein gelegentlich als Siegel verwandt.

Fundorte für Onyx sind unter anderem Jemen, Brasilien, Madagaskar, Mexiko, Pakistan, Uruguay, die USA, selten der Sinai.

Echter Onyx wird ausschließlich zu Schmucksteinen verarbeitet. Aufgrund des sehr hohen Bedarfes wegen seiner Beliebtheit, der durch die natürlichen Vorkommen nicht gedeckt werden kann, ist ein Großteil des im Handel erhältlichen Onyx' gefälscht. Entweder wird der poröse Achat gefärbt oder es werden graue Schichten des Chalzedons in ein Säurebad getaucht. Manchmal wird auch der glänzend schwarze Obsidian poliert. Resultat ist dann eine matte, tiefschwarze Farbe. Echt von unecht zu unterscheiden ist beim Onyx außerordentlich schwierig und im Grunde nur durch eine mineralogische Untersuchung möglich. Ist ein Stein jedoch von weißer Farbe durchzogen, so kann man von einem echten Exemplar ausgehen. Es ist also gewissermaßen ein Garantie-Siegel für Authentizität. Einwandfreie zweifarbige Stücke mit glatter Abgrenzung sind besonders geschätzt, da der Stein beim Schleifen häufig an der Schichtgrenze bricht.

Auf spiritueller Ebene soll Onyx das Durchsetzungsvermögen und Selbstbewusstsein steigern und als sogenannter „Stein der Egoisten“ die Fähigkeit zur Selbstverwirklichung und analytischem Denken fördern, zu große Anteilnahme verhindern und damit nervenschonend die Lebensfreude erhalten. Menschen, die sich zu leicht beeinflussen lassen, soll er Durchhaltevermögen und Selbstdisziplin geben, um die eigenen Ziele unaufhörlich zu verfolgen und zu erreichen.

In Jahrhunderte alter mittelöstlicher Tradition sind gute Steine meist in Silber gefasst. Achten Sie auf den Stempel!

Apropos: Noch eine kleine Geschichte aus Ägypten, in dessen Wüsten das Mönchstum entstand: Ein Mönch findet einen Edelstein. Als er das Essen mit einem Wanderer teilt, fragt dieser: "Kann ich ihn haben?" Er erhält ihn und geht. Nach ein paar Tagen kehrt er zurück. "Bitte gib mir etwas wertvolleres. Das, was es Dir möglich gemacht hat, Dich von dem Stein zu trennen."

Klaus G. Müller (2012)


Dr. Klaus G. Müller ist Reiseschriftsteller und hat jetzt sein früheres gedrucktes Buch im Münchner Beck Verlag von 1763 ″Den Urlaub überleben – tausend wirklich brauchbare Reisetipps″ (erste Auflage war in 7 Monaten vergriffen, jetzt nicht mehr im Handel), aktualisiert und erweitert, in Form von zwei E-Büchern herausgebracht. Presse-Mitteilungen, auch für spätere Bücher, Leseproben, Preise und Runterlade-Möglichkeiten, vielleicht eines Tages ein Reise-Forum im Gästebuch in sicher-reisen.jimdo.com, geshortet bit.ly/AeATSz. Gleiches für eine englische Übersetzung als ebook in surviving.jimdo.com. Eine neue französche Druckausgabe sowie ein E-Reiseführer für die Nil-Kreuzfahrt wird in survivez.jimdo.com dargestellt.

Neu erschienen: bit.ly/AeATSz


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