Akkadische Keilschrift  (2500 v. Chr. - 2. Jh. n. Chr.)
Die Akkader gehörten zu den alten Kulturvölker des Vorderen Orients. Als semitisches Volk mit kulturellem und sprachlichem Eigenprofil traten sie im 3. Jahrtausend v. Chr. im nördlichen Mesopotamien, in der Region des heutigen Irak, Syriens und angrenzender Gebiete auf. Ihren Namen haben die Akkader von der Stadt Akkad (Akkade, Agade), die von Sargon um 2400 v. Chr. gegründet worden war. Das Reich von Akkad bestand bis etwa 2255 v. Chr. Danach ging die politische Macht an Assyrien, später an Babylonien über.
Die große kulturelle Leistung der Akkader liegt in ihrer Vermittlerrolle für die Verbreitung sumerischen Ideengutes, kultureller Institutionen und Technologien. Seit der ersten Hälfte des 3. Jt. v. Chr. war die soziale Elite der Akkader zweisprachig und verwendete sowohl das Akkadische als auch das Sumerische als Bildungssprache. Akkadische und sumerische Schreiber waren an denselben Orten tätig. Über die sumerische Schriftkultur und deren Transformation im akkadischen Kulturmilieu gelangten mythische Erzählstoffe, religiöse Vorstellungen und wissenschaftliche Erkenntnisse der Sumerer zu den Nachbarn. Eine der zentralen Technologien war der Gebrauch der Keilschrift, deren System von den Akkadern perfektioniert wurde. Von Akkad aus gelangte das sumerisch-akkadische Kulturgut, einschließlich der Schreibtechnologie, zu den Assyrern, Babyloniern und Hurritern und strahlte weit über Mesopotamien, wie nach Ebla in Syrien und zu den Hethitern in Anatolien aus.
Von den schon lange untergegangenen semitischen Schriftsprachen ist das Akkadische die mit dem reichsten Schrifttum. Die Anfänge des akkadischen Schrifttums wird auf ca 2500 v. Chr. zu datiert. Die letzten Spuren dieses Schriftgebrauchs verlieren sich im 2. Jh. n. Chr.
Akkadisch war nicht nur als Literatursprache, sondern auch als Wissenschaftssprache in Gebrauch. Als Kanzleisprache fungierte es in Assyrien und Babylonien. Als Sprache der internationalen Diplomatie reichte der Einfluß des Akkadischen sogar bis nach Ägypten. Diplomatische Korrespondenz ist im Palastarchiv von Akhetaton (Amarna) gefunden worden, der zeitweiligen Hauptstadt Ägyptens während der Regierungszeit von Amenophis IV. (Echnaton, 1368 - 1351 v. Chr.).
 
a
e
i
u
 
 
 
nach Konsonant
a
e
i
u
k
vor Konsonant
g
     
q
       
p
b
t
d
 
m
 
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s
 
 
z
   
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y
             
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Das Keilschriftrecht. Recht und Gesetz im III. und II. Jahrtausend v. Chr. im Alten Orient* K. Abrahamsohn, rewi.hu-berlin.de