Mas d'Azil  ca. 12.000 - 7.800 v. Chr.

In der 420 Meter langen und in mehreren Galerien übereinander steinzeitlich besiedelten Grotte von Mas d'Azil, im Departement Ariège zwischen Pamiers und Saint Girons am Nordrand der französischen Pyrenäen, wurden in den vergangenen 120 Jahren rund 2.500 mit einer Paste aus Eisenoxid und Harz bemalte, weißlich bis hellgraue, meist rundliche oder längliche (9-12 cm) Bachkiesel gefunden. Auch am Südwestrand der spanischen Pyrenäen wurden vergleichbare Objekte entdeckt.
Nur wenige der aufgetragenen Muster wiederholen sich häufig. Augenfällig sind jedoch einige Symbole, die sehr viel späteren Schriftzeichen stark ähneln.
Die tatsächliche Bedeutung dieser aus dem Übergang vom Paläo- zum Mesolithikum stammenden Kieselobjekte, die offensichtlich immer wieder in Haufen gestapelt wurden, ebenso wie die Bedeutung der auf ihnen aufgebrachten Symbole, wird wohl unbekannt bleiben, wenn auch seit ihrer Entdeckung am Ende des 19. Jh. eine Reihe verschiedener Theorien formuliert wurden. In jedem Fall sind sie aber ein frühes Zeugnis für nicht nur mediale, sondern auch mobile Kommunikationsmittel.

 

   

    
    


   

Symbole aus Mas d'Azil, die auch ähnlich sehr viel später als eindeutige Schriftzeichen auftauchen:

                           


Vinca-Schrift
Indus-Schrift
Sumerisch, Uruk
Protosemitisch
Byblos-Schrift
Phönizisch


Das Azilien von Mas d'Azil* uni-koeln.de