Onlinebibliothek, Zeitleiste Jülich - 16. Jahrhundert

Zeit Beschreibung Literaturhinweis
1493-1559 Allessandro Pasqualini, italienischer Baumeister aus Bologna, ist vermutlich 1514-1530 in Rom und danach in den Niederlanden tätig.
Er beginnt vor 1550 mit dem Bau einer Zitadelle und einer bastionierten Stadtbefestigung in Düsseldorf (die ursprüngliche Planung wird nie vollendet).
1549-1559 Ausbau der mittelalterlichen Schloßanlage in Düsseldorf.
Ab 1548 baut er das in der "Jülicher Fehde" zerstörte herzogliche Schloß Hambach wieder auf.
Clemen P., Oberaspach K. F., Renard E., Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz, Band 8, Die Kunstdenkmäler des Kreises Jülich, Verlag L. Schwann, Düsseldorf, 1902, S. 80-84
Coenen U., Von Juliacum bis Jülich, Verlag G. Mainz, Aachen, 1989, S. 49
Doose C., Peters S., Renaissancefestung Jülich, Förderverein Festung Zitadelle Jülich e.V., Jülich, 1997, S. 70
Lau F., Quellen zur Rechts- und Witschaftsgeschichte der rheinischen Städte, Jüliche Städte II, Urkunden und Akten Nr.3, Jülich, Bonn, 1932, S. 25
Neumann H., Die Zitadelle Jülich, Ein Gang durch die Geschichte, Heimatverlag J. Fischer KG, Jülich, 1971, S. 27-28
Spohr E., Düsseldorf - Stadt und Festung, Düsseldorf, 1978, S. 100-140
Wolff-Metternich F.v., Schloß Rheydt und die Anfänge der Renaissance vom Niederrhein, Rheydter Jahrbuch 1, 1953, S. 1
1499-17.Jh. Hexenverfolgung im Jülicher Land Neumann H., Das Rurtor "Hexenturm" in Jülich, Rheinische Kunststätten, Heft 311, Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz, Köln, 1987, S. 10
1510 Tod des letzten Jülicher Herzog aus der Familie Berg, Wilhelm IV. von Jülich-Berg. Coenen U., Von Juliacum bis Jülich, Verlag G. Mainz, Aachen, 1989, S. 44
Corsten S., Jülich im Wechsel der rheinischen Geschichte, Jülicher Heimatblätter 13, 1963, S. 4
1511 Heirat des Erbprinzen Johann von Kleve mit Maria von Jülich-Berg, die einzige Tochter von Herzog Wilheln IV. Corsten S., Jülich im Wechsel der rheinischen Geschichte, Jülicher Heimatblätter 13, 1963, S. 4
Neumann H., Die Zitadelle Jülich, Ein Gang durch die Geschichte, Heimatverlag J. Fischer KG, Jülich, 1971, S. 20, 75
1512 Stadtbrand in Jülich Clemen P., Oberaspach K. F., Renard E., Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz, Band 8, Die Kunstdenkmäler des Kreises Jülich, Verlag L. Schwann, Düsseldorf, 1902, S. 122
Coenen U., Von Juliacum bis Jülich, Verlag G. Mainz, Aachen, 1989, S. 42
Lau F., Quellen zur Rechts- und Witschaftsgeschichte der rheinischen Städte, Jüliche Städte II, Urkunden und Akten Nr.3, Jülich, Bonn, 1932, S. 18-20
1516-1592 (1539-1592 Herzog) Wilhelm V. von Jülich-Kleve-Berg (Wilhelm der Reiche)  
1521 Tod Herzog Johann II. von Kleve. Danach Personalunion der Herzogtümer Jülich-Berg und Kleve.
Durch seine Heirat vereinigte der neue Herzog Johann III. von Kleve die Territorien Jülich-Berg-Ravensberg und Kleve-Mark-Ravenstein. Johann III. Herzog von Jülich, Kleve, Berg, Graf von der Mark, Ravensberg, Blankenheim, Dinslaken und Heinsberg, Herr von Ravenstein, Born, Brüggen, Soest und Holten etc. etc.
Neumann H., Die Zitadelle Jülich, Ein Gang durch die Geschichte, Heimatverlag J. Fischer KG, Jülich, 1971, S. 75
1527 Vollendung des spätgotischen Kartäuserklosters Vogelsang bei Jülich. Der erhaltene barocke Torbau ist inschriftlich in das Jahr 1665 datiert.  
1529 Städtisches Schulhaus mit Jungenschule auf dem Hof. Im nördlichen Nebenhaus erste Mädchenschule der Schulschwestern Anna von Sevenich und Appolonia von der Merssen. Beide Schulen, die ihren Platz "auf" oder "neben der Kirchmauer" hatten, werden bei dem Stadtbrand 1547 eingeäschert und deren Gelände anschließend teilweise in den neuen Markt eingezogen. (Die ehemalige Kirch-/Friedhofsmauer verläuft im Bereich der heutigen Aachener Bank von N nach S) Lau F., Quellen zur Rechts- und Wirtschaftgeschichte der rheinischen Städt, Jülichsche Städte, Band 2, Bonn, 1932, S. 58, 59
1534-1572 Maximilian Pasqualini (1. Sohn von A. Pasqualini). Baut ab 1558 die spätgotische Wasserburg Rheydt um. Neumann H., Die Hofkapelle von Schloß Jülich in der Zitadelle, Rheinische Kunststätten, Heft 225, Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz, Köln, 1979, S. 3
1535-1582 Johann Pasqualini d.Ä. (2. Sohn von A. Pasqualini) Alshut E., Büren G., Perse M., Ein Schloß entsteht, Von Jülich im Rheinland bis Horst in Westfalen, Handbuch zur Ausstellung im Stadtgeschichtlichen Museum Jülich 1996/97, Jülicher Geschichtsverein e.V., Jülich, 1997, S. 229
1538 Tod des kinderlosen Herzog von Geldern Karl von Egmont.
Nach dem Tod von Karl v. E. wird von verschiedenen Seiten Anspruch auf Geldern erhoben: Von Herzog Anton von Lothringen, da seine Mutter "Philippa von Geldern" die Schwester des Verstorbenen ist. Kaiser Karl V. verweist neben weit zurückliegenden Ansprüchen des Hauses Burgund auf den Vertrag von Gorkum vom 3.10.1528, in dem ihm der Heimfall des Hezogtums Geldern bei einem kinderlosen Tod von Karl von Egmond zugesagt wird. Diesen Vertrag muss Karl von Egmond am 10.12.1536 zu Grave noch einmal bestätigen, nachdem er trotz des Vertrages mit Karl V. sein Herzogtum zwischenzeitlich dem König von Frankreich, Franz I., für eine jährliche Summe von 50.000 Pfund Tornois in einem Geheimvertrag zugesichert hat. Das Haus Jülich-Kleve-Berg macht ebenfalls Erbansprüche geltend, die weit in der Geschichte zurückliegen und sich auf die Person Maria von Geldern bezieht, der Ehefrau Herzog Wilhelm II. (1361-1391). Zusätzlich kann es auf mehrere Beschlüsse der geldrischen Stände hinweisen, die sich im Dezember 1537 auf einem Landtag in Nijmegen für den Erbprinzen Wilhelm von Jülich Kleve-Berg entscheiden und am 27.1.1538 diesen Entschluß in einem Vertrag festschreiben. Obwohl Herzog Karl von Egmond dem Vertrag seine Zustimmung verweigert, genügte Herzog Johann III. jedoch der nicht ratifizierte Vertrag und die Huldigung der Stände, um für seinen Sohn Wilhelm (V.) die Herrschaft über Geldern auch de facto auszuüben, so daß Karl von Egmond nur noch als fürstlicher Repräsentant fungiert.
Alshut E., Büren G., Perse M., Ein Schloß entsteht, Von Jülich im Rheinland bis Horst in Westfalen, Handbuch zur Ausstellung im Stadtgeschichtlichen Museum Jülich 1996/97, Jülicher Geschichtsverein e.V., Jülich, 1997, S. 233
Clemen P., Oberaspach K. F., Renard E., Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz, Band 8, Die Kunstdenkmäler des Kreises Jülich, Verlag L. Schwann, Düsseldorf, 1902, S. 122
Coenen U., Von Juliacum bis Jülich, Verlag G. Mainz, Aachen, 1989, S. 47
Doose C., Peters S., Renaissancefestung Jülich, Förderverein Festung Zitadelle Jülich e.V., Jülich, 1997, S. 7 f.
Neumann H., Der Jülicher Brückenkopf, Brückenkopfförderverein e.V., Jülich, 1973, S. 109
Neumann H., Die Zitadelle Jülich, Ein Gang durch die Geschichte, Heimatverlag J. Fischer KG, Jülich, 1971, S. 21, 75, 136
1538 Landtagsbeschluß zu Hambach zum Ausbau als Landesfestung.
Um 1533 zählt Jülich 1300 Einwohner.
 
1539 Tod des Herzog Johann III. von Jülich-Kleve-Berg.
Herzog Wilhelm V. von Jülich-Kleve-Berg (bis 1592).
 
1540 Heirat der Schwester von Herzog Wilhem V. Anna mit Heinrich VIII. König von England. Die Heirat wird im selben Jahr wieder aufgelöst.
Heirat zwischen Erbprinz Franz von Lothringen und der Nichte des Kaiser Karl V., Christine von Dänemark, daraufhin Verzicht des Herzogs von Lothringen auf Geldern.
E. Eberhard schreibt: "Da von der nassen Ruraue her noch am wenigsten mit einem Angriff zu rechnen war, nahm man angesichts des bevorstehenden Krieges mit Kaiser Karl V. um die Nachfolge in Geldern die Bauarbeiten mit Sicherheit zuerst an der vor allem gefährdeten Landfront auf.
Im Zuge dieser Arbeiten kam es 1540 dann zum Bau eines neuen Tores, das vermutlich unmittelbar vor dem mittelalterlichen Tor an der Kapuzinerstraße errichtet wurde.
Bereits 1540 steht ein neues Stadttor kurz vor der Fertigstellung. Bei diesem Tor kann es sich nicht um das noch teilweise erhaltene Rurtor (Aachener Tor) handeln, sondern allein um das 1580 wieder abgerissene Dürener Tor.
"
Sehr wahrscheinlich handelt es sich jedoch tatsächlich um das Rurtor, nur nicht an der Stelle des heutigen Aachener Tors, sondern damals noch direkt vor dem Hexenturm.
Coenen U., Von Juliacum bis Jülich, Verlag G. Mainz, Aachen, 1989, S. 47
Doose C., Peters S., Renaissancefestung Jülich, Förderverein Festung Zitadelle Jülich e.V., Jülich, 1997, S. 9
Eberhard J., Jülich, Idealstadtanlage der Renaissance, Landeskonservator Rheinland, Arbeitsheft 25, Rheinland Verlag, Köln, 1978, S. 49, 59
Lau F., Historische Topographie der Stadt Jülich mit einem Grundbuch bis zum Jahre 1794, Bonn, 1932, S. 34
1541 Heirat von Herzog Wilhelm V. mit der 13jährigen Nichte des französischen Königs Jeanne d'Albret von Navarra. Doose C., Peters S., Renaissancefestung Jülich, Förderverein Festung Zitadelle Jülich e.V., Jülich, 1997, S. 11
Neumann H., Zitadelle Jülich, Grosser Kunst- und Bauführer, Verlag J. Fischer OHG, Jülich, 1986, S. 20
1542-1543 Geldrischer Krieg zwischen Kaiser Karl V. und Herzog Wilhelm V. 16.7.1542 Einfall Martens von Rossum, Marshall von Herzog Wilhelm V., in die kaiserlichen Niederlande, als Verbündeter des Königs von Frankreich, der Kaiser Karl V. am 12.7.1542 den Krieg erklärt. Die Generalstatthalterin der Niederlande, Maria von Ungarn, beginnt mit der Gegenoffensive am 1.10.1542 und besetzt unter Führung de Boussus das Herzogtum Jülich, dessen feste Plätze geschleift werden. Zerstörung der Stadtbefestigung in Jülich und der Nideggener Burg. Am Ostersamstag des Jahres 1543 muss sie jedoch bei Sittard eine Niederlage durch die jülisch-klevischen Truppen hinnehmen.
Während Herzog Wilhelm V. sich nach der ausbleibenden Unterstützung Frankreichs trotz seiner Heirat mit Jeanne d'Albret von Navarra und der politisch erfolglosen Heirat seiner Schwester Anna mit Heinrich VIII. nach neuen Bundesgenossen umsieht und sich um die Aufnahme in den Schmalkaldischen Bund der protestantischen Reichsfürsten bemüht, fasst Kaiser Karl V. im Mai 1543 den Entschluß Herzog Wilhelm V. persönlich niederzuwerfen.
Vermulich liegt die durch die spanische Besatzung eingeäscherte Deutschordenkommende Kiringen im heutigen Brückenkopf.
Noch nach dem Eindringen der kaiserlichen Truppen in das Herzogtum Jülich 1542 wird an der Festung weiter gebaut.
Alshut E., Büren G., Perse M., Ein Schloß entsteht, Von Jülich im Rheinland bis Horst in Westfalen, Handbuch zur Ausstellung im Stadtgeschichtlichen Museum Jülich 1996/97, Jülicher Geschichtsverein e.V., Jülich, 1997, S. 21 f.
Clemen P., Oberaspach K. F., Renard E., Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz, Band 8, Die Kunstdenkmäler des Kreises Jülich, Verlag L. Schwann, Düsseldorf, 1902, S. 120, 121 f.
Coenen U., Von Juliacum bis Jülich, Verlag G. Mainz, Aachen, 1989, S. 47, 48
Doose C., Peters S., Renaissancefestung Jülich, Förderverein Festung Zitadelle Jülich e.V., Jülich, 1997, S. 11
Eberhard J., Jülich, Idealstadtanlage der Renaissance, Landeskonservator Rheinland, Arbeitsheft 25, Rheinland Verlag, Köln, 1978, S. 59
Neumann H., Der Jülicher Brückenkopf, Brückenkopfförderverein e.V., Jülich, 1973, S. 109
Neumann H., Die Zitadelle Jülich, Ein Gang durch die Geschichte, Heimatverlag J. Fischer KG, Jülich, 1971, S. 21, 101
24.3.1543 Schlacht bei Sittard. Daraufhin mit dem Vertrag von Venlo Ende des Geldrischen Krieges (Jülsche Vehde).
Seit 1543 Tätigkeiten des (Bau)Meisters Johann für Jülich belegt (ihm wird von D. Speckle 1589 die Erbauung der Zitadelle zugeschrieben).
1543 erste Ausgabe Jülicher Notklippen
Coenen U., Von Juliacum bis Jülich, Verlag G. Mainz, Aachen, 1989, S. 48
Doose C., Peters S., Renaissancefestung Jülich, Förderverein Festung Zitadelle Jülich e.V., Jülich, 1997, S. 11
Eberhard J., Jülich, Idealstadtanlage der Renaissance, Landeskonservator Rheinland, Arbeitsheft 25, Rheinland Verlag, Köln, 1978, S. 59
Neumann H., Die Zitadelle Jülich, Ein Gang durch die Geschichte, Heimatverlag J. Fischer KG, Jülich, 1971, S. 21, 101
1545 Baumeister und Artillerieoffizier Wilhelm Gompertz und ein "Wallsetzer" in Jülich tätig.
Der Verlierer des Geldrischen Krieges Herzog Wilhelm V. muss seine Ehe mit Jeanne d'Albret von Navarra durch den Papst für nichtig erklären lassen und 1546 Maria von Habsburg, Tochter König Ferdinands I. von Österreich und Nichte Kaiser Karls V., heiraten.
Coenen U., Von Juliacum bis Jülich, Verlag G. Mainz, Aachen, 1989, S. 48
Eberhard J., Jülich, Idealstadtanlage der Renaissance, Landeskonservator Rheinland, Arbeitsheft 25, Rheinland Verlag, Köln, 1978, S. 49
Lau F., Historische Topographie der Stadt Jülich mit einem Grundbuch bis zum Jahre 1794, Bonn, 1932, S. 22
Neumann H., Die Zitadelle Jülich, Ein Gang durch die Geschichte, Heimatverlag J. Fischer KG, Jülich, 1971, S. 21, 76
1546 Heirat von Herzog Wilhelm V. mit Maria von Österreich (Habsburgerin).
Vermutlich erster Besuch des Baumeisters Alessandro Pasqualini in Jülich. Herzog Wilhelm V. erwirkt durch seine Heirat das "Privilegium Carolinum" genannte kaiserliche Patent, in welchem das Recht der weiblichen Sukzession bei Mangel an männlichen Erben ausdrücklich festgelegt war.
Coenen U., Von Juliacum bis Jülich, Verlag G. Mainz, Aachen, 1989, S. 48
Doose C., Peters S., Renaissancefestung Jülich, Förderverein Festung Zitadelle Jülich e.V., Jülich, 1997, S. 71
Eberhard J., Jülich, Idealstadtanlage der Renaissance, Landeskonservator Rheinland, Arbeitsheft 25, Rheinland Verlag, Köln, 1978, S. 49
Lau F., Historische Topographie der Stadt Jülich mit einem Grundbuch bis zum Jahre 1794, Bonn, 1932, S. 25
Neumann H., Die Zitadelle Jülich, Ein Gang durch die Geschichte, Heimatverlag J. Fischer KG, Jülich, 1971, S. 76
1546-1581 Ausbau der Zitadelle zur bastionierten Festung mit Stadtbefestigung Doose C., Peters S., Renaissancefestung Jülich, Förderverein Festung Zitadelle Jülich e.V., Jülich, 1997, S. 18
1547 In der Nacht vom 26. zum 27.5.1547 Jülicher Stadtbrand mit Verwüstung weiter Teile der Stadt. Danach Neuanlage des vorher im heutigen Kreuzungsbereich Düsseldorfer-, Rader- und Kapuzinerstraße gelegenen Markplatzes und der Hauptstraße.
1547 wird A. Pasqualini erstmals in Jülicher Stadtrechnungen genannt.
Clemen P., Oberaspach K. F., Renard E., Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz, Band 8, Die Kunstdenkmäler des Kreises Jülich, Verlag L. Schwann, Düsseldorf, 1902, S. 122
Coenen U., Von Juliacum bis Jülich, Verlag G. Mainz, Aachen, 1989, S. 49, 63
Doose C., Peters S., Renaissancefestung Jülich, Förderverein Festung Zitadelle Jülich e.V., Jülich, 1997, S. 16
Lau F., Historische Topographie der Stadt Jülich mit einem Grundbuch bis zum Jahre 1794, Bonn, 1932, S. 22
1547/48 Vergeblicher Versuch eine Schiffahrt nach Roermond zu begründen. Ein zweiter vergeblicher Versuch wird 1570 unternommen.
Herzog Wilhem V. befiehlt die Aufgabe des Rathauses an der bisherigen Stelle. Der Neubau des Rathauses erfolgt ab 1566 an der Westseite des Marktplatzes.
Lau F., Historische Topographie der Stadt Jülich mit einem Grundbuch bis zum Jahre 1794, Bonn, 1932, S. 35-37
Neumann H., Der Jülicher Brückenkopf, Brückenkopfförderverein e.V., Jülich, 1973, S. 22, 109
1548 Angebliche Errichtung des Aachener Tores.
Noch 1548 wird mit der Umsetzung des reduzierten (Pasqualini)-Festungsentwurfs begonnen. Am Ende des Jahres ist die gesamte Abpfählung abgeschlossen.
J. Eberhard schreibt:
"Bevor nun die Kurtinenverläufe im nördlichen Stadtgebiet behandelt werden, ist noch näher auf die Lage des Rurtores einzugehen. Unsere Anordnung des Tores in der Mitte der Süd-Westmauer deckt sich mit dem im Katasterplan ausgewiesenen Befund: Das Tor liegt mittig zwischen den Resten der Bastionen St. Jakob und St. Sebastian; zumindest näherungsweise in der Kurtinenmitte liegend ist das Stadttor auch in den Karten des 18. und 19. Jahrhunderts dargestellt. Dagegen erscheint das Rurtor in den frühen Stadtgrundrissen jeweils nach Norden aus der Mitte so verschoben, daß der Walltunnel des Rurtores die Verlängerung der Kleinen Rurstraße bildet; etwa gleichzeitige Veduten zeigen aber das Tor in der Kurtinenmitte. Die Widersprüche in der Lageangabe lassen sich vielleicht damit erklären, daß die frühen Karten auf eine ältere, nicht ausgeführte Planung zurückgreifen; aufgrund der von Lau ermittelten Daten zur Baugeschichte scheint nämlich erst nach dem Stadtbrand von 1547, also neun Jahre nach dem Beginn der Maßnahmen zur Neubefestigung Jülichs - die Planung zur Erneuerung des Stadtstraßennetzes in Angriff genommen worden zu sein; bis zum Brand dürfte vorrangig noch von den Gegebenheiten des mittelalterlichen Stadtgrundrisses ausgegangen worden sein.
Unter diesen Umständen hätte ein Tor in Verlängerung der in ihrer Führung mittelalterlichen Kleinen Rurstraße eine durchaus akzeptable Lösung dargesteltt. Das laut Bauinschrift dann erst 1548 ausgeführte Tor wird aber von Anfang an auch lageidentisch mit dem heute noch in Resten erhaltenen Rurtor in der Kurtinenmitte gewesen sein.
Lau bezweifelt eine richtige Überlieferung der Jahreszahl, wurde doch offenbar für das eindeutig später errichtete Dürener Tor ebenfalls wohl die Jahreszahl 1548 tradiert. Eine Erbauung des Rurtores 1548 läßt sich aber durchaus in einen logischen Gesamtzusammenhang des Baugeschehens einordnen. Eine Entstehung des Rurtores um 1540, wie sie Lau annimmt, ist schon aus stilistischen Gründen kaum möglich.
"
Nach Clemen tragen Rurtor und Kölntör bis 1798 die Inschriften mit der Jahreszahl 1548.
Clemen P., Oberaspach K. F., Renard E., Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz, Band 8, Die Kunstdenkmäler des Kreises Jülich, Verlag L. Schwann, Düsseldorf, 1902, S. 122
Coenen U., Von Juliacum bis Jülich, Verlag G. Mainz, Aachen, 1989, S. 50, 51
Eberhard J., Jülich, Idealstadtanlage der Renaissance, Landeskonservator Rheinland, Arbeitsheft 25, Rheinland Verlag, Köln, 1978, S. S.14, 22, 51
Lau F., Historische Topographie der Stadt Jülich mit einem Grundbuch bis zum Jahre 1794, Bonn, 1932, S. 21
Neumann H., Der Jülicher Brückenkopf, Brückenkopfförderverein e.V., Jülich, 1973, S. 90
Jülich, Aachener Tor
15.4.1549 Bestellung von Alessandro Pasqualini zum verantwortlichen Baumeister bei der Anlage der renaissancezeitlichen Festungsanlage Alshut E., Büren G., Perse M., Ein Schloß entsteht, Von Jülich im Rheinland bis Horst in Westfalen, Handbuch zur Ausstellung im Stadtgeschichtlichen Museum Jülich 1996/97, Jülicher Geschichtsverein e.V., Jülich, 1997, S. 140
Coenen U., Von Juliacum bis Jülich, Verlag G. Mainz, Aachen, 1989, S. 51
Eberhard J., Jülich, Idealstadtanlage der Renaissance, Landeskonservator Rheinland, Arbeitsheft 25, Rheinland Verlag, Köln, 1978, S. 51
30.4.1549 Grundsteinlegung für das Jülicher Schloß Herzog Wilhelm V. Alshut E., Büren G., Perse M., Ein Schloß entsteht, Von Jülich im Rheinland bis Horst in Westfalen, Handbuch zur Ausstellung im Stadtgeschichtlichen Museum Jülich 1996/97, Jülicher Geschichtsverein e.V., Jülich, 1997, S. 138
Coenen U., Von Juliacum bis Jülich, Verlag G. Mainz, Aachen, 1989, S. 51
Eberhard J., Jülich, Idealstadtanlage der Renaissance, Landeskonservator Rheinland, Arbeitsheft 25, Rheinland Verlag, Köln, 1978, S. 51
1549 Erwerb des Stationshauses des Aachener Augustinerkonventes in der "Kirchgasse" duch die Schulschwestern Anna von Sevenich und Lucia Loepgens und Einrichtung der neuen Mädchenschule.
Die Mädchenschule ist bis 1571 das erste Gebäude auf der Ostseite der Kirchgasse (vom Kirchplatz aus gesehen). Die Gasse wird deswegen zeitweise auch Mädchengasse genannt. (Im Volksmund wird sie auch "Köttelsjass" genannt.)
Verlegung der städtischen Jungenschule (Stadtschule) an den Kirch-Platz Nr. 2, wo sie bis 1873 bleibt und 1719 völlig erneuert wird. Die Überreste des 1547 abgebrannten spätmittelalterlichen Pastorats liegen teilweise unter der neuen Stadtschule.
Lau F., Quellen zur Rechts- und Wirtschaftgeschichte der rheinischen Städt, Jülichsche Städte, Band 2, Bonn, 1932, S. 59
1550 Erlaubnis des päpstlichen Nuntius zur Übersiedlung des Stifts von Nideggen nach Jülich Lau F., Quellen zur Rechts- und Wirtschaftgeschichte der rheinischen Städt, Jülichsche Städte, Band 2, Bonn, 1932, S. 39
1551 Palas und Kapelle des Schlosses sind im Rohbau fertiggestellt. Coenen U., Von Juliacum bis Jülich, Verlag G. Mainz, Aachen, 1989, S. 52
Neumann H., Die Hofkapelle von Schloß Jülich in der Zitadelle, Rheinische Kunststätten, Heft 225, Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz, Köln, 1979, S. 4
1552-1613 Es sind Festungs- und Schloßbaurechnungen für das 16.Jh. nachweisbar. Bekannt sind die Namen der Bauschreiber:
1552-1572 - Reinhard von Landsberg
1573-1598 - Johann vom Sande
1598 ff. - Goddart Standertz
1613 ff. - Dionys Notmann.
Für die Jahre 1555 bis 1568 kann F. Lau Backsteinlieferungen von ca. 27 Millionen Stück nachweisen.
Neumann H., Zitadelle Jülich, Grosser Kunst- und Bauführer, Verlag J. Fischer OHG, Jülich, 1986, S. 38, 39
1553 Der Ostflügel des Schloßes ist bezugsfertig. Vom 21.7. bis 12.8.1553 hat Herzog Wilhelm V. im Schloß Jülich gewohnt. Neumann H., Die Hofkapelle von Schloß Jülich in der Zitadelle, Rheinische Kunststätten, Heft 225, Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz, Köln, 1979, S. 4
1554 Baupolizeiordnung, in der nicht nur eine Ordnung zum Ausheben der Gräben für die Jülicher Baustelle erlassen wird, sondern die auch glatte steinerne Fassaden und feste Dacheindeckungen vorschreibt. Clemen P., Oberaspach K. F., Renard E., Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz, Band 8, Die Kunstdenkmäler des Kreises Jülich, Verlag L. Schwann, Düsseldorf, 1902, S. 122
Coenen U., Von Juliacum bis Jülich, Verlag G. Mainz, Aachen, 1989, S. 63
Lau F., Historische Topographie der Stadt Jülich mit einem Grundbuch bis zum Jahre 1794, Bonn, 1932, S. 31
1555-1575 Erbprinz Karl Friedrich (ältester Sohn von Herzoh Wilhelm V.) stirbt 1575 auf einer Italienreise an den Blattern  
1556 Nach einer Akte von 1556 besteht zu der Zeit schon das aufwendige Nordportal (Porta rustica) der Zitadelle Alshut E., Büren G., Perse M., Ein Schloß entsteht, Von Jülich im Rheinland bis Horst in Westfalen, Handbuch zur Ausstellung im Stadtgeschichtlichen Museum Jülich 1996/97, Jülicher Geschichtsverein e.V., Jülich, 1997, S. 140
1557-1565 Beseitigung der Schäden durch die Geldrische Fehde unter der Leitung von Maximilian Pasqualini  
1558-1561 Bereits 1588 entwirft M. Pasqualini einen "Cingelwall" für die Zitadelle. Die Realisierung dieses Walles erfolgt zwischen 1558 und 1561. Bei dem "Cingelwall" dürfte es sich um Anlagen auf der Grabenkrone handeln, die man zweckmäßigerweise erst im Zusammenhang mit der Aufführung der Grabenmauer (Kontraescarpe) in Angriff nimmt. Die Grabenmauer wird man kaum schon vor Vollendung der Kurtinen- und Bastionsmauern als für die Abwehrbereitschaft wesentlich wichtigeren Bauteilen beginnen. Die Nachricht über die Arbeiten am "Cingelwall" bedeutet deshalb einen Hinweis auf die weitgehende Vollendung der Kernanlage. Eberhard J., Jülich, Idealstadtanlage der Renaissance, Landeskonservator Rheinland, Arbeitsheft 25, Rheinland Verlag, Köln, 1978, S. 51, 52
Lau F., Die Architektenfamilie Pasqualini, Düsseldorfer Jahrbuch 1920/24, Band 31, 1925, S. 108 f.
1559 Tod Alexander Pasqualinis und Fortführung seiner Arbeiten durch Maximilian Pasqualini. Coenen U., Von Juliacum bis Jülich, Verlag G. Mainz, Aachen, 1989, S. 51
Eberhard J., Jülich, Idealstadtanlage der Renaissance, Landeskonservator Rheinland, Arbeitsheft 25, Rheinland Verlag, Köln, 1978, S. 51
Lau F., Die Architektenfamilie Pasqualini, Düsseldorfer Jahrbuch 1920/24, Band 31, 1925, S. 103
1560 1560 ist die Ostseite des Marktes mit Wohngebäuden besetzt, - allerdings nur mit kleinen Mietshäusern, die von der übrigen Bebauung stark abstechen und die deshalb wohl als provisorische Schließung des Platzes bezeichnet werden können. Eberhard J., Jülich, Idealstadtanlage der Renaissance, Landeskonservator Rheinland, Arbeitsheft 25, Rheinland Verlag, Köln, 1978, S. 41
Lau F., Historische Topographie der Stadt Jülich mit einem Grundbuch bis zum Jahre 1794, Bonn, 1932, S. 41, 42
1561 Fertigstellung des Südflügels des Schlosses durch M. Pasqualini.
Zu Beginn des Jahres fordert der Herzog jeden, der ein unbebautes Grundstück in der Stadt besitzt, dieses "innerhalb jarsfrist zu bebouwen anfange oder andern zu bebouwen overlasse..." (bei Nichteinhaltung drohte also Enteignung).
Niederlegung der mittelalterlichen Stadtmauer im Bereich der Nordfront.
Neubau der herzoglichen Kornmühle in der Stiftsherrenstraße Nr. 8, wo sie bis Anfang des 20. Jh. in Betrieb bleibt.
Alshut E., Büren G., Perse M., Ein Schloß entsteht, Von Jülich im Rheinland bis Horst in Westfalen, Handbuch zur Ausstellung im Stadtgeschichtlichen Museum Jülich 1996/97, Jülicher Geschichtsverein e.V., Jülich, 1997, S. 142
Coenen U., Von Juliacum bis Jülich, Verlag G. Mainz, Aachen, 1989, S. 63, 64
Eberhard J., Jülich, Idealstadtanlage der Renaissance, Landeskonservator Rheinland, Arbeitsheft 25, Rheinland Verlag, Köln, 1978, S. 51
Lau F., Quellen zur Rechts- und Wirtschaftgeschichte der rheinischen Städt, Jülichsche Städte, Band 2, Bonn, 1932, S. 60
1562-1566 Neubau der herzoglichen Kellnerei auf der SO-Seite der Stiftsherrenstraße auf dem Gelände der heutigen Häuser Stiftsherrenstraße 13-15. Der mittelalterliche Vorgängerbau befindet sich am selben Platz. Lau F., Quellen zur Rechts- und Wirtschaftgeschichte der rheinischen Städt, Jülichsche Städte, Band 2, Bonn, 1932, S. 40
1563 Neubau einer Kalle (künstliche, scheinbar aus Holz gearbeitete Rinnen) Alshut E., Büren G., Perse M., Ein Schloß entsteht, Von Jülich im Rheinland bis Horst in Westfalen, Handbuch zur Ausstellung im Stadtgeschichtlichen Museum Jülich 1996/97, Jülicher Geschichtsverein e.V., Jülich, 1997, S. 235
1564 Vom 26.11. bis 2.12.1564 wohnt die Herzogfamilie ein weiteres Mal im Schloß Jülich, danach sind nur noch kürzere Durchgangsaufenthalte zu verzeichnen.
Fertigstellung des Südwalls der Stadtbefestigung und der Bongartpforte in der heutigen Bauhofstraße (1622 und 1633 wieder niedergelegt).
Fertigstellung des Bongardstor.
Beurkundung des "Privilegium Carolinum" Herzog Wilhelm V. durch den Kaiser.
Coenen U., Von Juliacum bis Jülich, Verlag G. Mainz, Aachen, 1989, S. 52
Eberhard J., Jülich, Idealstadtanlage der Renaissance, Landeskonservator Rheinland, Arbeitsheft 25, Rheinland Verlag, Köln, 1978, S. 49
Korn W. G., Juelich. Hauptstadt des Herzogthums dieses Namens, Krieges-Bibliothek oder gesammelte Beytraege zur Krieges-Wissenschaft. Achter Versuch, Breslau, 1770, S. 79
Lau F., Historische Topographie der Stadt Jülich mit einem Grundbuch bis zum Jahre 1794, Bonn, 1932, S. 35
Neumann H., Die Hofkapelle von Schloß Jülich in der Zitadelle, Rheinische Kunststätten, Heft 225, Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz, Köln, 1979, S. 4
Neumann H., Die Zitadelle Jülich, Ein Gang durch die Geschichte, Heimatverlag J. Fischer KG, Jülich, 1971, S. 25
12.8.1565 Erlaß einer klevischen Bauordnung.
Vollendung des Kölntores.
Eberhard J., Jülich, Idealstadtanlage der Renaissance, Landeskonservator Rheinland, Arbeitsheft 25, Rheinland Verlag, Köln, 1978, S. 49
Lau F., Historische Topographie der Stadt Jülich mit einem Grundbuch bis zum Jahre 1794, Bonn, 1932, S. 35
1566 Herzog Wilhelm V. erleidet einen Schlaganfall.
Neubau des Rathauses an der Westseite des Marktplatzes
Alshut E., Büren G., Perse M., Ein Schloß entsteht, Von Jülich im Rheinland bis Horst in Westfalen, Handbuch zur Ausstellung im Stadtgeschichtlichen Museum Jülich 1996/97, Jülicher Geschichtsverein e.V., Jülich, 1997, S. 123
Lau F., Quellen zur Rechts- und Wirtschaftgeschichte der rheinischen Städt, Jülichsche Städte, Band 2, Bonn, 1932, S. 36
1567 Besuch des Straßburger Festungsbaumeisters Daniel Specklin in Jülich.
Fertigstellung des ab 1566 neugebauten Rathauses an der Westseite des Marktplatzes.
Alshut E., Büren G., Perse M., Ein Schloß entsteht, Von Jülich im Rheinland bis Horst in Westfalen, Handbuch zur Ausstellung im Stadtgeschichtlichen Museum Jülich 1996/97, Jülicher Geschichtsverein e.V., Jülich, 1997, S. 141
Clemen P., Oberaspach K. F., Renard E., Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz, Band 8, Die Kunstdenkmäler des Kreises Jülich, Verlag L. Schwann, Düsseldorf, 1902, S. 136
Coenen U., Von Juliacum bis Jülich, Verlag G. Mainz, Aachen, 1989, S. 74
Lau F., Historische Topographie der Stadt Jülich mit einem Grundbuch bis zum Jahre 1794, Bonn, 1932, S. 35-37
Neumann H., Die Zitadelle Jülich, Ein Gang durch die Geschichte, Heimatverlag J. Fischer KG, Jülich, 1971, S. 16
Stadtarchiv Jülich, Stadtrechnung 1565/66, S. 38 und Stadtrechnung 1566/67 f, 24b, Jülich, Bonn, 1565
1568 Niederländischer Krieg.
Umzug des "Stift mit den Reliquien der Seligen Christina von Stommeln" (1242-1312) von Nideggen nach Jülich, der sich seitdem "Liebfrauenstift" nennt und aus 12 Geistlichen und 1 Dechant besteht. Der Leiter für äußere Angelegenheiten ist der Propst.
Lau F., Quellen zur Rechts- und Wirtschaftgeschichte der rheinischen Städt, Jülichsche Städte, Band 2, Bonn, 1932, S. 39
1569 01.10.1569 erster Gottesdienst der aus Nideggen gekommenen Stiftsherren in der Jülicher Kirche. Coenen U., Von Juliacum bis Jülich, Verlag G. Mainz, Aachen, 1989, S. 66
Kuhl J., Geschichte der Stadt Jülich, insbesondere des früheren Gymnasiums in Jülich, Band 1, Jülich, Bonn, 1891, S. 26, 254
Lau F., Historische Topographie der Stadt Jülich mit einem Grundbuch bis zum Jahre 1794, Bonn, 1932, S. 35-37
Lau F., Quellen zur Rechts- und Wirtschaftgeschichte der rheinischen Städt, Jülichsche Städte, Band 2, Bonn, 1932, S. 39
1570 Weitere vergebliche Versuche eine Schiffahrt nach Roermond zu begründen. Ein erster vergeblicher Versuch wird 1548/47 unternommen. Neumann H., Der Jülicher Brückenkopf, Brückenkopfförderverein e.V., Jülich, 1973, S. 22, 109
1571 Gründung des ersten Gymnasiums (Partikularschule) in Jülich im Auftrag des Herzogs durch den Rat der Stadt und das Marien-Kollegiat-Stift. Das Jungen-Gymnasium liegt, bis es 1774 aufgelöst wird (in Folge der Auflösung des Jesuitenordens 1773), unmittelbar neben der Stadtschule (Kirch-Platz Nr. 2) und umfasst zwei Häuser, die Syntax-Schule (Kirch-Platz Nr. 3) und das Hauptgebäude (Kirch-Platz Nr. 4), in der, neben der Verwaltung, die Aula und später auch die Schulbühne, das Theatrum, untergebracht sind. Die Aula ist jetzt das erste Gebäude auf der Ostseite der Kirchgasse (vom Kirchplatz aus gesehen). Südlich grenzt ein kleiner Schulhof und daran die Mädchenschule von 1549 an. Doose C., Peters S., Renaissancefestung Jülich, Förderverein Festung Zitadelle Jülich e.V., Jülich, 1997, S. 71
Lau F., Quellen zur Rechts- und Wirtschaftgeschichte der rheinischen Städt, Jülichsche Städte, Band 2, Bonn, 1932, S. 59
1572 Fertigstellung des Zeughauses, sowie weite Teile der südlichen, westlichen und nördlichen Stadtbefestigung und der Schloßanlage durch M. Pasqualini Neumann H., Die Zitadelle Jülich, Ein Gang durch die Geschichte, Heimatverlag J. Fischer KG, Jülich, 1971, S. 40
1572/73 Erneuerung der Rurbrücke. Perse M., Neue Perspektiven zum Jülich des 16. Jahrhunderts, Archäologie im Rheinland, Rheinland-Verlag, Köln, 1989, S. 144 f.
1573 Fertigstellung der Ostfront der Stadtbefestigung und des Dürener Tors (Kölner Tor) durch J. Pasqualini d. Ä.
Älteste Darstellung einer Rurbrücke im Atlas van Sgrooten, Exemplar Brüssel.
Fischarten in der Rur: Aale, Salme, Barsche
Coenen U., Von Juliacum bis Jülich, Verlag G. Mainz, Aachen, 1989, S. 81
Neumann H., Der Jülicher Brückenkopf, Brückenkopfförderverein e.V., Jülich, 1973, S. 109
1574 Johann Wilhelm, der zweite Sohn Herzog Wilhelm V., wird postulierter Bischof des Bistums Münster, das damit jülischer Einflußbereich wird (bis 1585). Doose C., Peters S., Renaissancefestung Jülich, Förderverein Festung Zitadelle Jülich e.V., Jülich, 1997, S. 71
1575 Errichtung des Reuschenberger Hof (Bauhofstraße), Wohnsitz von Marschall Johann von Reuschenberg (gest. 1594). Das Tor hat im frühen 20. Jh. ein ähnlich manieristisches Design wie das Aachener Tor.
Man hält seit E. Renard das Portal des Hofes für das wiederverwendete Bongardstor.
Im Mittelalter zieht sich in der Südstadt, entlang der mittelalterlichen Stadtmauer bis zum Rurtor hin, eine schmale Gasse, die in Überresten noch 1575 als ausgesprochenes Armenquartier erhalten ist.
Tod des Erbprinz Karl Friedrich in Rom.
Neubau von 3 Stiftsherrenhäuser auf der W-Seite am südlichen Ende der Stiftsherrenstraße (Stiftsherrenstr. 2-6), zwischen der Bongard-Kreuz-Straße (heute Große Rurstraße) und der herzoglichen Kornmühle (Stiftsherrenstr. 8). Die Grundstücke gehen von der Stiftsherrenstraße bis zur Kirchgasse hinüber.
Büren G. v, Kupka A., Der Reuschenberger Hof - ein Adelshof der Renaissance, Archäologie im Rheinland, Rheinland-Verlag, Köln, 1998, S. 106 f.
Clemen P., Oberaspach K. F., Renard E., Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz, Band 8, Die Kunstdenkmäler des Kreises Jülich, Verlag L. Schwann, Düsseldorf, 1902, S. 140
Coenen U., Von Juliacum bis Jülich, Verlag G. Mainz, Aachen, 1989, S. 32, 64
Eberhard J., Jülich, Idealstadtanlage der Renaissance, Landeskonservator Rheinland, Arbeitsheft 25, Rheinland Verlag, Köln, 1978, S. 20, 22
Neumann H., Die Zitadelle Jülich, Ein Gang durch die Geschichte, Heimatverlag J. Fischer KG, Jülich, 1971, S. 76
Lau F., Quellen zur Rechts- und Wirtschaftgeschichte der rheinischen Städt, Jülichsche Städte, Band 2, Bonn, 1932, S. 39
1576 "Ausräumung der Erden im Schloßgraben zu Jülich", belegt in einem "Verzeichnis der gemeiner pfert und schuppendiensten im ganzen ampt Wassenberg" Neumann H., Die Zitadelle Jülich, Ein Gang durch die Geschichte, Heimatverlag J. Fischer KG, Jülich, 1971, S. 31
1577 Ankauf von 4 nebeneinander liegenden Häusern gegenüber der Kirche auf der SO-Seite der Stiftsherrenstraße (heute Stiftsherrenstr. 7-11) durch das Stiftskapitel von den Erben des Dietrich Hillensberg. Die 3 Neubauten der Stiftsherren im unteren Teil der Straße auf der gegenüberliegenden Straßenseite (neben der herzoglichen Kornmühle) werden gegen die 1562-66 neugebaute herzogliche Kellnerei getauscht, die direkt südlich neben den 4 neu angekauften Häusern liegt (heute Stiftsherrenstraße 13-15). Die ehemalige Kellnerei wird in 2 Stiftsherrenhäuser aufgeteilt und die 3 ehemaligen Stiftsherrenhäuser (Stiftsherrenstraße 2-6) werden zur neuen Kellnerei vereinigt. Lau F., Quellen zur Rechts- und Wirtschaftgeschichte der rheinischen Städt, Jülichsche Städte, Band 2, Bonn, 1932, S. 40
1580 Ältester Stadtplan von Jülich Neumann H., Zitadelle Jülich, Grosser Kunst- und Bauführer, Verlag J. Fischer OHG, Jülich, 1986, S. 218
1581 Ersetzung des Dürener Tor durch das Neutor (später Kölner Tor) in der Verlängerung der neu angelegten Kölnstraße (auf der Trasse der mittelalterlichen Kapuzinerstraße).
Kurz nach 1581 Neubau der Dechanei/Pastorats auf der Südostseite der Stiftsherrenstraße (heute Stiftsherrenstr. 5), östlich neben den 6 Stiftsherrenhäusern, die 1577 angekauft bzw. eingetauscht worden sind. Damit ist die Einrichtung des Immunitätsbezirkes abgeschlossen.
Coenen U., Von Juliacum bis Jülich, Verlag G. Mainz, Aachen, 1989, S. 52
Eberhard J., Jülich, Idealstadtanlage der Renaissance, Landeskonservator Rheinland, Arbeitsheft 25, Rheinland Verlag, Köln, 1978, S. 42, 49, 52
Lau F., Historische Topographie der Stadt Jülich mit einem Grundbuch bis zum Jahre 1794, Bonn, 1932, S. 34
Neumann H., Die Zitadelle Jülich, Ein Gang durch die Geschichte, Heimatverlag J. Fischer KG, Jülich, 1971, S. 25
Lau F., Quellen zur Rechts- und Wirtschaftgeschichte der rheinischen Städt, Jülichsche Städte, Band 2, Bonn, 1932, S. 40
1583 1583 wird auf Anregung des Landdrosten Werner von Gymnich aus militärischen Gründen der Abbruch des zwischen Jülich und Broich gelegenen Stadtdorfes Petternich duch die Herzogliche Regierung angeordnet. Petternich liegt damals zwischen Rur und Ellbach. Im Belagerungsfall hätte der Feind sich hier in unmittelbarer Nähe der Festung festsetzen können. Die Dorfbewohner sollen im noch unbewohnten Gebiet zwischen dem Aachener Tor und der Bongardstraße angesiedelt werden. Die Bauplätze werden kostenlos zur Verfügung gestellt. Die Vergütung des Herzogs für die verlorenen Häuser war jedoch so gering, daß der Neubau schwerfiel. Nur 19 Petternicher lassen sich in Jülich nieder. Die anderen 18 ziehen eine bare Geldzahlung und damit vermutlich die Auswanderung vor.
Älteste bildliche Darstellung der Zitadelle auf Aquarellen.
Coenen U., Von Juliacum bis Jülich, Verlag G. Mainz, Aachen, 1989, S. 64, 65
Lau F., Historische Topographie der Stadt Jülich mit einem Grundbuch bis zum Jahre 1794, Bonn, 1932, S. 44, 45
Neumann H., Zitadelle Jülich, Grosser Kunst- und Bauführer, Verlag J. Fischer OHG, Jülich, 1986, S. 218
16.6.1585 Heirat von Herzog Johann Wilhelm I. von Jülich-Kleve-Berg mit Jacobe von Baden (+ 1597) Alshut E., Büren G., Perse M., Ein Schloß entsteht, Von Jülich im Rheinland bis Horst in Westfalen, Handbuch zur Ausstellung im Stadtgeschichtlichen Museum Jülich 1996/97, Jülicher Geschichtsverein e.V., Jülich, 1997, S. 115
Neumann H., Die Zitadelle Jülich, Ein Gang durch die Geschichte, Heimatverlag J. Fischer KG, Jülich, 1971, S. 77
1586 Johann Pasqualini d.J. (1562-1615), Sohn Maximilians, wird "Generalbaumeister" von Jülich, Kleve und Berg. Er legt möglicherweise noch Straßenführungen südlich des Marktes ("Schachbrettanlage") an. Doose C., Peters S., Renaissancefestung Jülich, Förderverein Festung Zitadelle Jülich e.V., Jülich, 1997, S. 72
1588 1583-1593 Dendrodatum aus der Brückenkonstruktion des zunächst Dürener Tor dann Kölner Pforte und später Neutor genannten östlichen Stadttores. Clemens R., Perse M., Neue Ergebnisse der "Kanal"archäologie in Jülich 1989, Beiträge zur Jülicher Geschichte Nr. 58, 1990, S. 4
1591 Erst 10 Jahre nach der Einrichtung werden die Grenzen des Immunitätsbezirkes der Jülicher Stiftsherren im mittleren Teil der Stiftsherrenstraße zwischen Kirche und den heutigen Häusern Nr. 5 bis 15 offiziell festgesetzt. Im NO und SW wird der Bezirk durch Mauern mit Toren im Straßenbereich abgegrenzt. Die früher "im Dümpel" genannte Straße heißt jetzt im mittleren Bereich "Immunitäts-Straße", der obere Teil "Am Neutor" und der untere Teil bleibt bis 1794 namenlos (dann gesamter Straßenzug "Canonicusstraße", ab dem 19. Jh. "Stiftskanonikerstraße" und später "Stiftsherrenstraße"). Coenen U., Von Juliacum bis Jülich, Verlag G. Mainz, Aachen, 1989, S. 66
Kuhl J., Geschichte der Stadt Jülich, insbesondere des früheren Gymnasiums in Jülich, Band 1, Jülich, Bonn, 1891, S. 258
Lau F., Quellen zur Rechts- und Wirtschaftgeschichte der rheinischen Städt, Jülichsche Städte, Band 2, Bonn, 1932, S. 40
Stadtarchiv Jülich, Findbuch, III-Bau, Jülich, 2003, S. 460
1592-1609 Herzog Johann Wilhelm I. von Jülich-Kleve-Berg (1562-1609, 2. Sohn Herzog Wilhelm V.), kinderlos, gilt schon früh als schwachsinnig Neumann H., Die Zitadelle Jülich, Ein Gang durch die Geschichte, Heimatverlag J. Fischer KG, Jülich, 1971, S. 77
1594 Tod der Witwe von A. Pasqualini Alshut E., Büren G., Perse M., Ein Schloß entsteht, Von Jülich im Rheinland bis Horst in Westfalen, Handbuch zur Ausstellung im Stadtgeschichtlichen Museum Jülich 1996/97, Jülicher Geschichtsverein e.V., Jülich, 1997, S. 142
1597 Die Frau Herzog Johann Wilhelm I. wird am 3.9.1597 tot im Schloß aufgefunden. Neumann H., Die Zitadelle Jülich, Ein Gang durch die Geschichte, Heimatverlag J. Fischer KG, Jülich, 1971, S. 77
1598 Eine Darstellung in der "Architektura von Vestungen" von Daniel Specklin (1536-1589) zeigt einen Schnitt durch die Stadtumwallung mit einer Stützmauer als Abschluß. Da Specklin Jülich 1567 besucht, ist anzunehmen, daß diese von Anfang an miterrichtet wird. Planaufnahmen des 18.Jh. zeigen immer wieder Schnitte der Stadtmauer, die eine Stützmauer erkennen lassen. (S. v. Büren 1995c, Der dort beschriebene archäologische Befund ist allerdings nicht die innere Wallstützmauer, sondern konnte durch neue Grabungsergebnisse als Stützmauer der Wallstraße gegenüber dem tiefergelegenen Gartengelände erkannt werden.) Alshut E., Büren G., Perse M., Ein Schloß entsteht, Von Jülich im Rheinland bis Horst in Westfalen, Handbuch zur Ausstellung im Stadtgeschichtlichen Museum Jülich 1996/97, Jülicher Geschichtsverein e.V., Jülich, 1997, S. 141 f.
Eberhard J., Die Zitadelle von Jülich, Förderverein Festung Zitadelle Jülich e.V., Jülich, 1993, S.
1598-1601 Bau eines Pesthauses  
1599 Heirat von Herzog Johann Wilhelm I. von Jülich-Kleve-Berg mit Antoinette von Lothringen Doose C., Peters S., Renaissancefestung Jülich, Förderverein Festung Zitadelle Jülich e.V., Jülich, 1997, S. 19